Beim Schubkarrenrennen übernimmt ein Kind die Rolle der Schubkarre: Hände auf den Boden, Beine werden vom Partner gehalten. Gemeinsam geht es zur Ziellinie. Das klingt einfach – ist aber eine koordinative Herausforderung für beide, die genaues Abstimmen erfordert und fast immer mit Gelächter endet.
Das Spiel gehört zu den Klassikern auf Sportfesten, Kindergeburtstagen und Familienfeiern. Es braucht kein Material außer etwas Platz und funktioniert ab etwa sechs Jahren, wenn Kinder genug Armkraft haben, um sich zuverlässig abzustützen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Vc3lwxZVRIs
Grundregeln und Ablauf
- Paare bildenJe zwei Kinder bilden ein Paar. Wichtig: Die Körpergrößen sollten möglichst ähnlich sein – wenn der schiebende Partner viel größer ist, halten die Arme der Schubkarre den Winkel schwerer durch.
- Startposition einnehmenDie „Schubkarre“ geht in den Liegestütz-Position: Hände schulterbreit auf dem Boden, Körper gestreckt. Der Partner steht hinter ihr und hebt die Beine auf Hüfthöhe fest.
- Los!Auf Signal läuft das Paar zur Ziellinie. Die Schubkarre bewegt sich mit den Händen vorwärts – kleine, schnelle Schritte sind stabiler als weite Sprünge. Der schiebende Partner passt sein Tempo an.
- Sturz-RegelWenn die Schubkarre fällt, darf das Paar wieder aufstehen und weitermachen. Kein Ausscheiden beim Sturz – gerade für jüngere Kinder wäre das frustrierend.
- RollenwechselNach dem Ziel tauschen die Kinder die Rollen. Jedes Kind sollte einmal Schubkarre sein und einmal schieben.
Varianten
Staffellauf (ab ca. 6 Jahren, Gruppen)
Teams aus je vier bis sechs Kindern, immer zwei pro Paar. Das erste Paar hüpft zur Abgabestation (Hälfte oder Ende der Strecke), tauscht dort die Rollen und kommt zurück – oder übergibt einen Staffelstab an das nächste Paar. Das Team, das alle Paare am schnellsten durchgeschickt hat, gewinnt.
Slalom-Parcours (ab ca. 6 Jahren)
Hütchen oder Flaschen werden in einem Zickzack-Muster aufgestellt. Das Schubkarren-Paar muss durch den Slalom navigieren, ohne Hütchen umzuwerfen. Das erfordert enge Abstimmung zwischen beiden – die Schubkarre sieht nicht, wo sie läuft, und muss vollständig auf Ansagen des Partners vertrauen. Wer alle Hütchen umkurvt und am schnellsten ist, gewinnt.
Rückwärts-Variante (ab ca. 7 Jahren)
Die Schubkarre bewegt sich rückwärts, der schiebende Partner geht vorwärts. Das dreht die Perspektive um und erzeugt eine ganz andere Anforderung: jetzt muss die Schubkarre auf Ansagen hören, wohin sie sich bewegen soll.
Eltern-Kind-Finale
Nach den Kinderrunden treten Eltern-Kind-Paare gegeneinander an – Eltern als Schubkarre, Kinder schieben. Das schafft komische Dynamiken (Eltern auf dem Boden, Kinder schreien Kommandos) und ist meistens der lauteste Teil des Nachmittags.
Gruppenkoordination: Drei im Sack (ab ca. 7 Jahren)
Drei Kinder bilden eine Kette: das erste ist Schubkarre, das zweite hält die Beine des ersten und lässt sich selbst vom dritten schieben. Diese Dreier-Kette erfordert noch mehr Koordination und endet fast immer chaotisch – aber genau das ist der Spaß.
Untergrund und Sicherheit
- Untergrund: Weiches, trockenes Gras ist ideal. Asphalt oder Pflaster führt bei Stürzen zu Schürfwunden an den Händen – dort lieber Handschuhe anziehen oder ins Gras ausweichen.
- Fläche prüfen: Steine, Äste und Löcher im Spielfeld vor dem Start entfernen. Die Schubkarre setzt die Hände blind auf den Boden.
- Körpergrößen angleichen: Ähnlich große Paare bilden. Wenn ein Kind viel schwerer als sein Partner ist, wird das Halten der Beine anstrengend und die Kontrolle schwierig.
- Pausen einplanen: Nach jeder Runde kurze Pause lassen. Armermüdung setzt schnell ein und ist der häufigste Grund für Stürze.
- Altersgruppen trennen: Kinder ab 6 mit Kindern ab 6, nicht mit Vorschulkindern mischen. Ab 10 Jahren können Kinder mit Erwachsenen als Schubkarre treten.
Organisation bei Festen
| Gruppengröße | Empfohlenes Format | Hinweis |
|---|---|---|
| 4–8 Kinder (2–4 Paare) | Einfaches Rennen, mehrere Runden | Alle laufen gleichzeitig, kurze Wartezeiten |
| 8–16 Kinder (4–8 Paare) | Staffellauf oder Vorläufe | Alle gleichzeitig aktiv, kein langes Warten |
| Über 16 Kinder | Vorläufe + Finale | Ausgeschiedene Paare als Schiedsrichter einsetzen |
Wer das Schubkarrenrennen in ein größeres Bewegungsprogramm einbetten möchte, findet beim Sackhüpfen einen klassischen Ergänzungsklassiker für dieselbe Zielgruppe. Und wer die Koordinationskomponente mit Balance kombinieren möchte, findet beim Eierlaufen eine ruhigere, aber genauso witzige Alternative.
Das Schubkarrenrennen ist eines jener Spiele, bei denen die Vorbereitung zwei Minuten dauert und das Lachen eine Stunde. Alles was es braucht, ist etwas Gras, Paare mit ähnlicher Größe – und die Bereitschaft, sich auf den Boden zu legen.
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