Es beginnt immer gleich: jemand ruft „Der Boden ist Lava!“ – und ein Sekunde später steht die gesamte Wohnzimmerbesatzung auf Sofa, Hocker, Couchtisch und Kissen, während der Teppich darunter zur gefährlichsten Substanz der Welt geworden ist.
Was dieses Spiel so besonders macht, ist seine sofortige Wirkung. Es braucht keine Erklärung, keine Vorbereitung, kein Material. Drei Wörter reichen aus – und der Raum verwandelt sich in einen Abenteuer-Parcours. Kinder lieben es, Eltern machen plötzlich mit, und alle suchen gleichzeitig nach dem nächsten sicheren Sprungpunkt.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=7gcl6t7P3qw
Grundprinzip und Regeln
Das Spielprinzip ist denkbar einfach: Sobald jemand „Der Boden ist Lava!“ ruft, darf der Boden nicht mehr betreten werden. Wer den Boden berührt, ist „verbrannt“ – scheidet aus oder muss eine Aufgabe erfüllen, je nach vereinbarter Regel.
Alles andere – Sofas, Stühle, Hocker, Kissen, Teppiche (je nach Version) – gilt als sichere Insel. Von dort aus wird gesprungen, balanciert, geklettert.
- Ruf das SignalEiner ruft spontan „Der Boden ist Lava!“ – ohne Vorwarnung. Das ist der eigentliche Witz: der Überraschungsmoment. Alle müssen sofort reagieren.
- Inseln findenInnerhalb von wenigen Sekunden muss jeder eine sichere Fläche gefunden haben: Sofa, Stuhl, Tisch, Hocker, Kissen. Was als Insel gilt, wird vorher oder spontan festgelegt.
- Wer den Boden berührt, verliertWer den Boden berührt, scheidet aus oder bekommt einen Minuspunkt – oder muss eine kleine Aufgabe erledigen (drei Hampelmänner, ein Lied singen), um wieder mitspielen zu dürfen.
- Inseln können wechselnFür eine Parcours-Variante: Kissen werden als Steine durch den Raum gelegt. Wer von Stein zu Stein springen kann, ohne den Boden zu berühren, gewinnt.
Varianten – von spontan bis strukturiert
Der Spontan-Modus (der Klassiker)
Keine Vorbereitung, kein Aufbau. Jemand ruft den Satz, alle reagieren sofort. Diese Variante funktioniert am besten, wenn man das Spiel gar nicht ankündigt – beim Fernsehen, beim Mittagessen, auf dem Heimweg vom Einkaufen. Der Überraschungseffekt ist die halbe Freude.
Der Parcours-Modus (strukturiert, ab ca. 4 Jahren)
Bevor das Signal ertönt, werden Kissen, Decken, Matten und Teppichstücke als „Steine“ durch den Raum verteilt. Dann geht es darum, von einem Ende des Raums zum anderen zu gelangen, ohne den Boden zu berühren. Wer fällt, fängt von vorne an oder bekommt einen Minuspunkt.
Zeitrennen (ab ca. 5 Jahren)
Jeder Spieler versucht, den Parcours in möglichst kurzer Zeit zu durchqueren. Wer den Boden berührt, bekommt fünf Sekunden Strafzeit dazu. Wer am Ende die kürzeste Gesamtzeit hat, gewinnt.
Team-Variante (ab ca. 5 Jahren)
Zwei Teams starten gleichzeitig von entgegengesetzten Seiten des Raums. Beide müssen die andere Seite erreichen – ohne den Boden zu berühren und ohne sich gegenseitig von den Inseln zu verdrängen. Das erfordert Absprachen und macht das Spiel sozial anspruchsvoller.
Lava-Erweiterung: bewegende Inseln
Kissen können während des Spiels von einem Erwachsenen umgelegt oder weggenommen werden. Die Spieler müssen ständig ihren nächsten Schritt planen, weil die Landschaft sich verändert. Höherer Schwierigkeitsgrad, mehr Spannung.
Sicher spielen: Was man vorher beachten sollte
Das Spiel macht Spaß – aber es braucht ein bisschen Vorbereitung, damit niemand stürzt oder sich stößt.
- Scharfe Kanten und Ecken: Couchtische und Regale mit spitzen Kanten vor dem Spiel weichpolstern oder aus dem Parcours ausschließen.
- Rutschige Untergründe: Kissen auf glattem Parkett rutschen weg. Entweder auf Teppich spielen oder rutschfeste Unterseiten verwenden (Antirutsch-Matte drunter legen).
- Höhen einschätzen: Tische und hohe Möbel als Inseln bergen bei kleinen Kindern Sturzgefahr. Lieber auf niedrige Alternativen setzen – Sofakissen, Hocker, stabile Stühle.
- Abstand halten: Wenn mehrere Kinder gleichzeitig springen, besteht Kollisionsgefahr. Klare Reihenfolge einführen oder ausreichend Platz zwischen den Pfaden lassen.
- Strümpfe oder Schuhe: Auf glattem Boden sind Socken ohne Rutschstopp problematisch. Barfuß oder mit Stoppersocken ist sicherer.
Drinnen und draußen – alle Möglichkeiten
Das Spiel funktioniert in fast jedem Umfeld. Drinnen bietet das Wohnzimmer mit Sofas, Hockern und Sesseln die natürliche Bühne. Der Flur ist ideal für Parcours, weil er eine klare Richtung vorgibt.
Draußen lässt sich das Spielprinzip ebenfalls übertragen: Trittsteine im Garten als Inseln, Holzpaletten als Plattformen, umgedrehte Töpfe als Stationen. Der Rasen gilt als Lava, der Weg als sicher – oder umgekehrt. Hier sind die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt.
Eine ähnliche Grundidee – Hindernisse überwinden, ohne den „falschen“ Boden zu berühren – verfolgt auch der Artikel über Der Boden ist Lava als Kinder-Hindernisabenteuer, der weitere Varianten und Ideen für größere Gruppen vorstellt. Wer nach vergleichbaren Bewegungsspielen sucht, findet beim Hindernislauf für Kinder ähnlich strukturierte Parcours-Ideen mit mehr Außenbereich-Fokus.
Das Schönste an diesem Spiel ist, dass es sich selbst erklärt und keine Vorbereitung kennt. Drei Wörter, sofortige Wirkung – und ein Wohnzimmer voller flüchtender Kinder, die nach Sofakissen suchen.
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