Regen, Schnee, Herbststurm oder einfach kein Lust auf draußen – es gibt viele Gründe, warum ein Nachmittag drinnen verbracht wird. Was dann zählt, sind Spielideen, die wirklich funktionieren: keine langen Vorbereitungen, kein teures Material, keine Erklärungen die eine halbe Stunde dauern. Die folgenden Ideen sind konkret, nach Typ sortiert und direkt einsetzbar.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=PXVHIw8ajwA
Übersicht: Indoor-Spiele nach Typ
| Spieltyp | Beispiele | Ab Alter | Material |
|---|---|---|---|
| Bewegung | Kissenparcours, Zeitungspapier-Tanz, Boden ist Lava | ab 3 | Kissen, Zeitungspapier |
| Ohne Material | Ich sehe was, Stille Post, Pantomime, Wer bin ich | ab 3 | keines |
| Kreativ | Basteln, Malen, selbstgemachte Puzzles, Fädelbilder | ab 3 | Papier, Stift, Schere |
| Ruhig / Denken | Mémory, Puzzle, Stadt Land Fluss, Galgenmännchen | ab 4 | Karten/Papier |
| Rollenspiel | Arztpraxis, Kaufmannsladen, Feuerwehr, Polizei | ab 3 | Haushaltsgegenstände |
| Musik / Tanz | Stopptanz, Ballontanz, Konzert spielen | ab 3 | Musik, Luftballons |
Bewegungsspiele für drinnen
Kissenparcours (ab ca. 3 Jahren)
Kissen, Decken, Stühle und Hocker werden als Hindernisse und Sprungpunkte im Wohnzimmer oder Flur aufgebaut. Das Kind muss von Station zu Station, ohne den Boden zu berühren – oder mit bestimmten Bewegungsaufgaben an jeder Station (fünf Mal hüpfen, rückwärts laufen, auf einem Bein stehen). Der Aufbau dauert fünf Minuten, das Spielen mindestens eine halbe Stunde.
Zeitungspapier-Tanz (ab ca. 3 Jahren)
Jedes Kind steht auf einem aufgefalteten Blatt Zeitungspapier. Wenn die Musik läuft, tanzen alle. Wenn sie stoppt, muss jeder auf seinem Blatt stillstehen – ohne den Boden außerhalb des Blatts zu berühren. Nach jeder Runde wird das Papier einmal gefaltet und wird damit kleiner. Wer seine Balance verliert, scheidet aus. Material: Zeitungspapier und Musik.
Boden ist Lava
Der Klassiker – drei Wörter reichen: „Der Boden ist Lava!“ Ab sofort darf niemand mehr den Boden berühren. Kissen, Sofas, Hocker und Stühle sind sicher. Wer den Boden berührt, scheidet aus oder bekommt einen Minuspunkt. Kein Material, kein Aufbau, sofort spielbereit.
Ballontanz (ab ca. 4 Jahren)
Kinder bilden Paare und klemmen einen Luftballon zwischen sich – zum Beispiel zwischen den Bäuchen oder den Stirnen. Hände auf den Rücken. Wenn die Musik läuft, tanzen die Paare, ohne den Ballon fallen zu lassen. Wessen Ballon fällt oder platzt, scheidet aus. Das letzte Paar mit heiler Verbindung gewinnt.
Kreativspiele ohne viel Material
Selbstgemachtes Puzzle (ab ca. 4 Jahren)
Ein Bild aus einer Zeitschrift oder ein selbst gemaltes Bild wird auf steifes Papier oder Pappe geklebt, dann in unregelmäßige Teile geschnitten. Das Zusammensetzen dauert je nach Teilezahl und Bildkomplexität zwischen fünf und zwanzig Minuten. Wer mehr Herausforderung möchte: ein komplizierteres Bild wählen oder die Teile kleiner schneiden.
Fädelbilder (ab ca. 3–4 Jahren)
Auf steife Pappe werden mit einer Lochzange Löcher gestanzt, die ein Motiv ergeben – Herz, Stern, Schmetterling. Mit einem stumpfen Faden oder einer Schnur werden die Löcher durchfädelt. Das Ergebnis ist ein griffiges, selbstgemachtes Bild. Material: Pappe, Lochzange, Schnur, Stift zum Vorzeichnen.
Gemeinschafts-Geschichte (ab ca. 4 Jahren)
Ein Kind beginnt einen Satz einer Geschichte: „Es war einmal ein Drache, der keine Flammen spucken konnte.“ Das nächste Kind fügt einen Satz hinzu, dann das nächste. Die Geschichte kann so absurd werden, wie die Fantasie erlaubt. Kein Material, kein Ausscheiden, alle sind gleichzeitig aktiv – und am Ende gibt es meistens eine Geschichte, die kein Drehbuchautor hätte schreiben können.
Konzert spielen (ab ca. 4 Jahren)
Haushaltsgegenstände werden zu Instrumenten: Topfdeckel sind Becken, Plastikdosen mit Reis gefüllt sind Rasseln, ein Tisch ist die Trommel, Kämme sind für Kamm-und-Papier-Musik. Die Kinder organisieren ein Konzert – mit Rollen (Dirigent, Musiker, Publikum) und echtem Auftritt. Das Spiel schult Koordination, Kreativität und macht viel Lärm auf eine sinnvolle Art.
Ruhige Spiele für konzentrierte Phasen
Nach dem Kissenparcours oder dem Ballontanz brauchen Kinder oft eine Pause. Diese Spiele bringen das Tempo runter, ohne die Beschäftigung abzubrechen.
- Mémory: Verdeckte Paare finden durch Gedächtnis. Ab drei Jahren, zehn bis fünfzehn Minuten. Karten selbst basteln macht das Spiel individueller.
- Puzzle: Ab vier Jahren. Schwierigkeit durch Teilezahl und Bildkomplexität anpassen. Auch gemeinsames Puzzeln funktioniert gut – jeder sucht Teile eines bestimmten Bereichs.
- Stadt Land Fluss: Ab sieben Jahren mit Papier, ab fünf Jahren mündlich in einer Kategorie (nur Tiere). Keine weiteren Materialien nötig.
- Galgenmännchen: Ab fünf bis sechs Jahren. Stift und Papier, ein gedachtes Wort – und schon läuft eine Runde. Wörter dem Alter anpassen: kurze Tiernamen für Jüngere, zusammengesetzte Wörter für Ältere.
- Fingerzeichnen auf dem Rücken: Eine Person zeichnet mit dem Finger ein einfaches Motiv auf den Rücken der anderen. Die andere rät. Dann Rollentausch. Ruhig, körperlich, kein Material.
- Wer bin ich?: Eine Person denkt sich ein Tier oder eine bekannte Figur. Die anderen stellen Ja/Nein-Fragen. Maximal zwanzig Fragen. Ab fünf bis sechs Jahren.
Rollenspiele für drinnen
Rollenspiele sind die intensivsten Indoor-Beschäftigungen für Kinder zwischen drei und sieben Jahren. Sie laufen von selbst, sobald ein klares Szenario da ist.
| Szenario | Requisiten aus dem Haushalt | Ab Alter | Wie man es startet |
|---|---|---|---|
| Arztpraxis | Löffel als Stethoskop, Pflaster, Taschenlampe | ab 3 | Als erster Patient mit Kuscheltier auftreten |
| Kaufmannsladen | Verpackungen, Spielgeld, Einkaufskorb | ab 3 | Als erster Kunde einkaufen gehen |
| Feuerwehr | Eimer, Seil als Schlauch, Helm | ab 4 | Dramatischen Notruf absetzen |
| Restaurant | Handgeschriebene Speisekarte, Teller, Notizbuch | ab 4 | Als erster Gast Bestellung aufgeben |
| Schule | Tafel (Papier an der Wand), Kreide, Hefte | ab 5 | Als erstes Schüler sein, Kind wird Lehrer |
Spiele nach Anzahl der Kinder
- Alleine (1 Kind): Puzzle, Malen, Fädelbilder, Rollenspiel mit Kuscheltieren, Galgenmännchen mit einem Erwachsenen
- Zu zweit: Mémory, Galgenmännchen, Fingerzeichnen auf dem Rücken, Wer bin ich?, Rollenspiel, Gemeinschaftsgeschichte
- Kleine Gruppe (3–5): Stille Post, Stopptanz, Ballontanz, Kissenparcours, Pantomime, Zeitungspapier-Tanz
- Größere Gruppe (6+): Stopptanz, Pantomime in Teams, Kettenpantomime, Kennenlernspiele, Stadt Land Fluss in Teams
Tipps für einen guten Spielnachmittag drinnen
- Aktiv und ruhig abwechselnNach Bewegungsspielen brauchen Kinder eine Pause. Nach ruhigen Spielen brauchen sie wieder Bewegung. Kein Nachmittag sollte nur aus einer Spielkategorie bestehen.
- Übergänge ohne LeerlaufDas nächste Spiel vorab kennen. Lange Pausen, in denen nichts passiert, sind der häufigste Auslöser für Quengelei. Wer schon weiß, was als nächstes kommt, hält besser durch.
- Spielbereich einrichtenEinen klar definierten Bereich festlegen – Wohnzimmer, Flur oder Kinderzimmer. Scharfe Kanten polstern, rutschige Böden sichern, wacklige Möbel aus dem Weg räumen.
- Kinder mitbestimmen lassenWer aus zwei Optionen wählen darf, spielt engagierter mit als wer eine Aktivität aufgezwungen bekommt. „Wollen wir erst Kissenparcours oder erst Pantomime?“ reicht.
- Aufräumen als Teil des SpielsDas gemeinsame Aufräumen geht schneller und reibungsloser, wenn es ins Spiel integriert wird – „Wer kann die Kissen am schnellsten auf den Sofa zurückbringen?“ statt einem Befehl.
Wer materialfreie Spiele für unterwegs oder kürzere Wartezeiten sucht, findet bei den Spielen ohne Material über fünfzehn Ideen von Stille Post bis ABC-Geschichte. Und für Gruppen, bei denen sich Kinder noch nicht kennen, bieten die Namen lernen Spiele mit Kindern einen guten Einstieg, der alle sofort einbindet.
Ein guter Indoor-Nachmittag braucht keine teure Ausrüstung und keine aufwendige Planung. Was er braucht, ist eine klare erste Idee – und dann entstehen die nächsten von selbst.
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