Der letzte Tag im Kindergarten ist für viele Kinder emotional aufgeladener als der erste. Freude auf die Schule, Wehmut über den Abschied von vertrauten Gesichtern, Aufregung und ein bisschen Unsicherheit – alles gleichzeitig. Gut gewählte Abschlussspiele helfen, diesen Moment zu fassen: Sie geben der Gruppe einen gemeinsamen Rahmen, in dem jedes Kind seinen Platz hat und sich gewürdigt fühlt.
Dieser Artikel zeigt konkrete Spiele und Spielideen für die letzten Wochen und den Abschlusstag im Kindergarten – sortiert nach Spieltyp und Wirkung.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=PPAHxa87oss
Spielübersicht
| Spiel | Typ | Gruppengröße | Dauer | Schwerpunkt |
|---|---|---|---|---|
| Erinnerungsball | Kreisspiel / Sprache | 6–20 | 10–15 Min. | Positive Erinnerungen teilen |
| Komplimentekreis | Kreisspiel / sozial | 6–20 | 10–15 Min. | Wertschätzung ausdrücken |
| Wollt ihr wissen, wer ich bin? | Ratespiel | 6–20 | 15–20 Min. | Selbstwahrnehmung, Gruppe |
| Alle Vögel fliegen hoch | Bewegung / Reaktion | 6–25 | 10 Min. | Konzentration, Spaß |
| Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser? | Bewegung / Rollenspiel | 8–25 | 10–15 Min. | Reaktion, Gemeinschaft |
| Der Plumpsack geht um | Bewegung / Spannung | 8–20 | 10 Min. | Aufmerksamkeit, Schnelligkeit |
| Simon sagt | Bewegung / Hören | 6–25 | 10 Min. | Konzentration, Hörverständnis |
| Erinnerungsbuch gestalten | Kreativ | beliebig | 20–30 Min. | Abschiedsritual, Erinnerung |
Kreisspiele – Verbindung und Wertschätzung
Erinnerungsball (ab ca. 4 Jahren)
Alle sitzen im Kreis. Ein weicher Ball wird von Kind zu Kind geworfen oder gerollt. Wer den Ball bekommt, sagt eine schöne Erinnerung aus der Kindergartenzeit – einen Moment, der einem besonders gut gefallen hat, oder etwas, das man nicht vergessen will. Das können kleine Dinge sein: „Das Kochen im Sommer“, „Als wir den Schnee reingeholt haben“, „Wenn immer so gelacht hat.“
Kein Kind muss sprechen, wenn es nicht möchte – eine Weitergabe des Balls ohne Wort ist genauso gültig. Das Spiel dauert so lange, bis alle einmal dran waren, und eignet sich gut als erstes Spiel am Abschlusstag, weil es ruhig und inklusiv ist.
Komplimentekreis (ab ca. 4 Jahren)
Alle sitzen im Kreis. Jedes Kind sagt dem Kind rechts neben sich etwas Nettes – keine allgemeinen Floskeln, sondern etwas Konkretes: „Du kannst immer so toll zeichnen“, „Mit dir zu spielen macht immer Spaß“, „Ich mag, wie du lachst.“
Wollt ihr wissen, wer ich bin? (ab ca. 4 Jahren)
Ein Kind steht in der Mitte und beschreibt sich selbst – ohne den eigenen Namen zu sagen: Was mag es gerne essen? Was ist sein Lieblingstier? Was macht es nach dem Kindergarten? Die anderen raten. Wenn alle geraten haben, stellt sich das Kind kurz vor und sagt, was es sich für die Schulzeit wünscht.
Dieses Spiel dauert länger als die anderen, weil jedes Kind einmal in der Mitte steht – aber es gibt jedem Kind einen eigenen Moment der Aufmerksamkeit der ganzen Gruppe. Besonders wirkungsvoll als letztes gemeinsames Spiel vor dem Abschied.
Bewegungsspiele – Energie und Gemeinschaft
Alle Vögel fliegen hoch (ab ca. 3 Jahren)
Alle stehen oder sitzen. Die Spielleiterin nennt verschiedene Dinge: „Alle Vögel fliegen hoch!“ – alle heben die Arme. „Alle Autos fliegen hoch!“ – Hände unten, wer trotzdem hebt, scheidet aus oder bekommt einen Lachanfall. Das Tempo wird schneller, die Begriffe überraschender. Das Spiel dauert zehn Minuten, braucht nichts als eine Stimme und schafft sofort Gelächter.
Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser? (ab ca. 4 Jahren)
Ein Kind ist der Fischer und steht auf einer Linie in der Mitte. Die anderen stehen auf einer Seite und rufen: „Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser?“ – Der Fischer antwortet: „Drei Meter tief!“ – „Und wie kommen wir rüber?“ – Der Fischer nennt eine Bewegungsart: hüpfend, rückwärts, auf einem Bein. Alle müssen so zur anderen Seite gelangen. Wen der Fischer dabei berührt, wird zum neuen Fischer oder zum Gehilfen.
- Spielfeld markierenZwei Linien in etwa fünf bis acht Meter Abstand markieren – mit Seilen, Kreide oder aufgeklebtem Klebeband. Eine Person steht als Fischer in der Mitte.
- Rufen und AntwortenDie Gruppe ruft die Frage, der Fischer antwortet. Die Bewegungsart bestimmt der Fischer – je kreativer, desto lustiger: „Wie ein Känguru!“, „Mit geschlossenen Augen!“, „Auf Zehenspitzen!“
- Überqueren und FangenAlle versuchen, zur anderen Seite zu gelangen. Wer berührt wird, hilft dem Fischer beim nächsten Durchgang. Das Spiel endet, wenn alle in der Mitte sind – oder nach einem vereinbarten Zeitlimit.
Der Plumpsack geht um (ab ca. 4 Jahren)
Alle sitzen im Kreis. Ein Kind geht außen herum und legt einem anderen Kind lautlos einen Gegenstand (den Plumpsack – ein Stofftier, ein Tuch) hinter den Rücken. Wenn dieses Kind bemerkt, dass hinter ihm etwas liegt, muss es aufspringen und das erste Kind fangen, bevor es den freigewordenen Platz einnimmt.
Simon sagt (ab ca. 4 Jahren)
Alle stehen und hören auf die Spielleiterin. Nur wenn eine Anweisung mit „Simon sagt“ beginnt, wird sie ausgeführt. „Simon sagt, hebe die rechte Hand!“ – alle heben die Hand. „Klatsche zweimal!“ – wer klatscht, obwohl kein „Simon sagt“ davor kam, scheidet aus. Das Spiel schult Konzentration und Hörverständnis und eignet sich gut als kurze Aktivierung zwischen ruhigeren Spielen.
Kreative Abschlussrituale
Erinnerungsbuch gestalten
Jedes Kind bekommt eine Seite in einem gemeinsamen Buch – oder eine eigene Karte zum Mitnehmen. Darauf: ein Selbstporträt, ein Lieblingsort im Kindergarten, ein Wunsch für die Schulzeit und Platz für kurze Nachrichten der Freunde. Das Gestalten dauert zwanzig bis dreißig Minuten, das Ergebnis bleibt.
- Selbstporträt (gemalt oder Foto eingeklebt)
- „Mein Lieblingsding im Kindergarten war…“
- „In der Schule freue ich mich auf…“
- „Das nehme ich mit: „
- Unterschriften und kurze Grüße aller Kinder auf der Rückseite
Wunschstern
Jedes Kind schreibt oder zeichnet (oder lässt von einer Erzieherin aufschreiben) einen Wunsch für das Schuljahr auf einen Papierstern. Die Sterne werden an einer Leine im Raum aufgehängt und am Ende des letzten Tages mit nach Hause gegeben.
Planung des letzten Tages
- Bewegungsspiel zum AuftaktMit Fischer Fischer oder Alle Vögel fliegen hoch starten – alle sind sofort aktiv, niemand muss lange warten.
- KreativphaseErinnerungsbuch gestalten oder Wunschsterne basteln – ruhigere Phase nach dem Bewegungsspiel.
- AbschlusskreisErinnerungsball oder Komplimentekreis als gemeinsames Ritual. Jedes Kind bekommt einen Moment der Aufmerksamkeit.
- Wollt ihr wissen, wer ich bin?Als letztes Spiel, wenn Zeit vorhanden. Jedes Kind stellt sich noch einmal der Gruppe vor und sagt einen Wunsch.
- Abschlied gestaltenGemeinsames Lied, Umarmungsrunde oder ein kurzes Ritual, das die Gruppe selbst wählt – dann Aufbruch.
Wer für andere Anlässe im Kindergartenjahr Spielideen sucht, findet bei den Geburtstagsspielen für Kinder viele Ideen, die auch für Gruppenspiele im Kindergarten funktionieren. Und wer ein vollständiges Partyprogramm für eine Abschlussfeier planen möchte, findet bei den Spielen für die Kinderparty konkrete Programmstrukturen mit Ablaufempfehlungen.
Der Abschied vom Kindergarten ist ein echter Einschnitt – und verdient ein paar Momente, in denen jedes Kind gehört und gesehen wird. Gute Abschlussspiele schaffen genau das: einen Rahmen, in dem sich die Gruppe noch einmal als Gemeinschaft erlebt, bevor alle in verschiedene Richtungen aufbrechen.
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