Frisbee ist eines der wenigen Spielzeuge, das mit zunehmendem Alter nicht langweiliger wird – es wird interessanter. Wer als Kind gelernt hat, eine Wurfscheibe stabil zu werfen und zu fangen, hat ein Werkzeug für Park, Strand und Schulsport, das ein Leben lang hält. Der Einstieg mit Kindern ist einfacher als gedacht: Die ersten stabilen Würfe kommen nach wenigen Minuten Übung.
Die richtige Scheibe wählen
Für Kinder ist nicht jede Frisbee-Scheibe gleich geeignet. Die klassische 175g-Scheibe (der Ultimate-Frisbee-Standard) ist für kleinere Hände schwer zu greifen und zu weit zu werfen.
| Scheibentyp | Gewicht | Ab Alter | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Soft-Frisbee / Stofffrisbie | 40–80g | ab 3 | Verletzt nicht, auch innen spielbar |
| Kinder-Frisbee (klein, leicht) | 80–120g | ab 5 | Passender Durchmesser für Kinderhände |
| Standard-Frisbee | 130–175g | ab 8–9 | Stabile Flugeigenschaften, größere Weite |
Grundtechnik: Rückhandwurf
Der Rückhandwurf ist der einfachste Einstieg und der Wurf, den fast alle zuerst lernen. Er funktioniert ab etwa fünf bis sechs Jahren stabil.
- GriffDaumen liegt auf der Oberseite der Scheibe. Die vier Finger umschließen die Unterseite. Der Zeigefinger liegt am Rand und gibt die Richtung vor. Der Griff soll fest, aber nicht verkrampft sein.
- AusgangspositionRechts- oder Linkshänder stellt den Fuß der Wurfhand-Seite nach hinten. Leicht in die Knie gehen. Die Scheibe hängt seitlich am Körper auf Hüfthöhe, Handrücken nach oben.
- WurfbewegungDen Arm nach hinten führen, dann aus der Hüfte heraus nach vorne schwingen. Der Ellenbogen bleibt nah am Körper. Kurz vor dem Loslassen: das Handgelenk schnappt nach vorne – das erzeugt den Drall.
- AbwurfDie Scheibe wird leicht nach außen geneigt losgelassen – nicht senkrecht nach oben, aber auch nicht waagrecht. Ein kleiner Winkel nach oben sorgt dafür, dass die Scheibe länger fliegt.
Häufige Anfängerfehler
- Scheibe kippt sofort ab: Der Drall fehlt – das Handgelenk nicht schnappen lassen. Übung: Scheibe nur aus dem Handgelenk herausschleudern, ohne Arm.
- Scheibe fliegt nach oben statt geradeaus: Zu viel nach oben geneigt beim Abwurf. Scheibe beim Loslassen flacher halten.
- Kurze Wurfweite: Die Kraft kommt aus der Hüfte, nicht nur aus dem Arm. Wurfbewegung von unten nach vorne, nicht nur von hinten nach vorne.
- Scheibe dreht sich nicht: Der Zeigefinger führt die Richtung nicht – beim Abwurf den Zeigefinger zuletzt von der Scheibe lösen.
Vorhandwurf – wenn der Rückhand sitzt
Der Vorhandwurf funktioniert mit einem anderen Griff: Mittel- und Zeigefinger liegen auf der Unterseite der Scheibe, Daumen oben. Die Wurfbewegung kommt von außen nach innen (Innenseite des Arms schwingt nach vorne). Der Vorhandwurf ist schwieriger, fliegt aber anders und ermöglicht Pässe aus ungewöhnlichen Winkeln. Ab etwa acht bis neun Jahren gut erlernbar.
Fangen – der unterschätzte Teil
Frisbee fangen ist für Kinder anfangs genauso schwer wie werfen. Zwei bewährte Fangtechniken:
- Zwei-Hände-Fang (Pancake Catch): Beide Hände klatschen gleichzeitig auf die fliegende Scheibe – eine von oben, eine von unten. Der zuverlässigste Fang für Anfänger und Kinder.
- Eine-Hand-Fang: Daumen nach unten bei hohen Scheiben (Scheibe kommt von oben), Daumen nach oben bei niedrigen Scheiben. Erst üben, wenn der Zwei-Hände-Fang sicher sitzt.
- Laufen auf die Scheibe zu: Kinder warten oft und lassen die Scheibe auf sich zukommen. Besser: zur Scheibe hinlaufen, das erhöht die Trefferquote erheblich.
Spielideen mit der Frisbee
Zielwurf (ab ca. 5 Jahren)
Ein Hula-Hoop-Reifen liegt auf dem Boden oder hängt an einem Ast. Wer trifft ihn mit der Frisbee aus fünf Metern? Abstand je nach Alter anpassen. Punkte für Treffer, nach zehn Würfen wird gewertet. Sehr gut für den Einstieg, weil das Ziel klar ist und erste Erfolgserlebnisse schnell kommen.
Frisbee-Golf (ab ca. 7 Jahren)
Im Park oder Garten werden Ziele markiert – ein Baum, ein Pfosten, ein Mülleimer. Jedes Kind versucht, das Ziel mit möglichst wenigen Würfen zu treffen. Wer die wenigsten Würfe braucht, gewinnt. Das Spielprinzip ist identisch mit Golf – und genauso entspannt. In Deutschland gibt es mittlerweile viele öffentliche Frisbee-Golf-Parcours in Parks.
Scheibe im Kreis (ab ca. 6 Jahren)
Alle stehen im Kreis. Die Frisbee wird quer durch den Kreis geworfen – jeder an jeden. Wer die Scheibe fallen lässt, macht einen Schritt zurück und steht jetzt weiter weg. Wer dreimal fallen lässt, scheidet aus. Das Spiel kann beliebig lange gespielt werden und ist gut für vier bis zehn Personen.
Keepaway (ab ca. 7 Jahren, mind. 4 Kinder)
Zwei Kinder in der Mitte versuchen, die Frisbee abzufangen. Alle anderen spielen sich die Scheibe zu und dürfen nicht davonlaufen – müssen aber das Feld wechseln. Wer die Scheibe abfängt, löst den ab, der geworfen hat. Das deutschsprachige Pendant wäre „Käse“ oder „Abfangspiel“ mit Ball.
Ultimate Frisbee – der Mannschaftssport
Ultimate Frisbee ist ein Mannschaftssport für je sieben Spieler pro Team. Ziel: die Scheibe in die Endzone des Gegners zu bringen. Wer die Scheibe hält, darf nicht laufen – sie muss in zehn Sekunden weitergespielt werden. Keine Körperkontakte, kein Schiedsrichter (Spirit of the Game). In Deutschland gibt es den Deutschen Frisbeesport Verband (DFV) mit Ligen für Jugendliche ab etwa zwölf Jahren.
Für Kinder ab acht Jahren funktioniert eine vereinfachte Version auf kleinerem Spielfeld mit fünf gegen fünf Spielern gut.
Sicherheit und Untergrund
- Weiche Scheibe für Jüngere: Unter sechs Jahren immer eine Stofffrisbie – eine Plastikscheibe kann bei ungünstigem Aufprall schmerzhaft sein
- Abstand halten: Beim Üben mindestens fünf Meter Abstand zu anderen Personen, die nicht mitspielen
- Untergrund: Gras ist ideal – weicher bei Stürzen, die Scheibe rutscht nicht weg. Asphalt oder Beton beschädigt die Scheibe und erhöht die Verletzungsgefahr beim Stürzen
- Windrichtung: Mit dem Wind lernt sich das Werfen leichter. Gegen den Wind braucht es mehr Kraft und anderen Wurf-Winkel – für Anfänger lieber windstill
Wer nach weiteren Bewegungsspielen für draußen sucht, die sich gut mit Frisbee kombinieren lassen, findet bei den Fangspielen klassische Varianten wie Räuber und Gendarm oder Abfangspiel, die auf demselben Außengelände gespielt werden können. Und wer ein vollständiges Sommerprogramm plant, findet bei den Spielen für das Sommerfest weitere Outdoor-Ideen mit verschiedenem Materialbedarf.
Frisbee lernt man am schnellsten, wenn man es einfach ausprobiert – und die ersten zwanzig Würfe danebengehen. Das ist normal, und nach einer halben Stunde fliegen die meisten Scheiben stabil. Das motiviert, und dann will man es immer wieder versuchen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Z9pXONhVx6U
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